MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Zweite Corona-Welle rollt auf Israel zu

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Seit Wochen schon gehen die Zahlen der Neuinfektionen in Israel hoch – mittlerweile steht Israel wieder bei rund 300 neuerkrankten Menschen pro Tag: „Wir werden eine dramatische Erhöhung der Kontrollen diskutieren müssen“, erklärte Premierminister Benjamin Netanyahu während des Coronavirus-Kabinett-Meetings. Er fügte hinzu, dass die Strafen für Nichteinhaltung der Hygiene-Bestimmungen drastisch erhöht werden, sollten die Leute nicht wieder disziplinierter werden. So wurde die Strafe für Nichteinhalten der Maskenpflicht bereits von 200 auf 500 Schekel erhöht (ca. 130 Euro, 140 CHF)

In Israels Metropolen wie Tel Aviv kann man derweil gut beobachten, wie wenig die Menschen sich noch an die Regeln zum Abstand und Maskenpflicht halten: Vor allem Restaurants und Bars sind überfüllt, Tische stehen dicht an dicht. Immerhin hat die Zahl der Schwererkrankten bisher nur wenig zugenommen, was wohl vor allem daran liegt, dass aktuell jüngere Menschen nach Öffnung der Schulen am Virus erkranken. Trotzdem wurden Krankenhäuser im ganzen Land angewiesen, wieder ihre Corona-Stationen zu eröffnen und sich für einen Anstieg an schweren Erkrankungen bereit zu halten. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, hat die Regierung trotzdem weitere Öffnungen zugelassen: Züge fahren jetzt mit Einschränkungen (z.B. dürfen Soldaten die Züge nicht nutzen, insgesamt wurde die erlaubte Passagierzahl reduziert und Passagiere müssen 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof eintreffen) wieder im ganzen Land und private Veranstaltungen wie Hochzeiten sind wieder für bis zu 250 Teilnehmer erlaubt.

Währenddessen warnte der Minister für Arbeit und Sozialhilfen Itzik Shmuli davor, dass Ende Juli etwa eine halbe Million der arbeitslosen Israelis keine Arbeitslosenhilfe mehr erhalten werden.
Das Finanzministerium hatte kürzlich bekannt gegeben, dass die Ausnahmeregelungen für einen längeren Erhalt von Arbeitslosenhilfe im Juni auslaufen würden. Auch spezielle Zahlungen für Arbeitslose, die älter als 67 Jahre sind, wurden eingestellt.

Die Spielplätze in Israel sind nach einem langen Lockdown wieder voll (Bild: KHC)

Weitere Informationen:

Arbeitsminister warnt vor „neuer Armut“ (eng), Times of Israel

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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