Jerusalem ist mit seinen 919.400 Einwohnern nicht nur die grösste Stadt Israels, sondern auch die mit der jüngsten und der grössten arabischen und ultraorthodoxen Bevölkerung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Jerusalem Institute for Policy Research (JIPR). „Das Jerusalem von heute ist eine Vorschau auf ganz Israel in zwei oder drei Jahrzehnten. In diesem Sinne ist Jerusalem ein ’nationales Labor‘ für die Interaktion der von Präsident Rivlin benannten ‚vier Stämme’“, erläutert Lior Schillat die Relevanz der Statistik. Rivlin hat das „Vier-Stämme-Paradigma“ geprägt, in dem er Israels Gesellschaft in vier Stämme aufteilt: Die säkularen, die nationalreligiösen (modern-orthodox), die ultraorthodoxen und die arabischen Israelis, Rivlin setzt sich für die Zusammenarbeit und Vermittlung zwischen diesen vier Gruppen ein.
Jerusalems Demografie besteht zu 37 Prozent aus nicht-ultraorthodoxen Juden und anderen, 25 Prozent ultraorthodoxen und 38 Prozent arabischen Bewohnern. Die Hauptstadt ist zwar die grösste Stadt Israels, aber auch eine der ärmsten. Gerade die beiden Minoritäten, die in Jerusalem mehr als in jeder anderen israelischen Grossstadt leben, sind immer noch zu wenig in die Arbeitswelt eingebunden (das betrifft vor allem ultraorthodoxe Männer und arabische Frauen) – in Israels Hauptstadt zeichnet sich aber eine positive Entwicklung ab: Die Zahl der arabischen Studierenden ist im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent angestiegen, die Arbeitslosenrate unter arabischen Bewohnern war bis zur Corona-Krise mit drei Prozent extrem niedrig. Unter den ultraorthodoxen Männern arbeiten etwa 45 Prozent.

„Die Studie zeigt uns, dass unsere Veränderungen langsam Wirkung zeigen“, erklärte Vize-Bürgermeister Fleur Hassan-Nahoum zufrieden gegenüber der Jerusalem Post, „Die arabische Gemeinde in Jerusalem integriert sich immer besser in die hohen Bildungswege sowie qualitativ hochwertige Jobs, unser High-Tech-Sektor wächst und mehr und mehr junge Leute entscheiden sich, in Jerusalem zu bleiben. Wir werden weiterhin hart arbeiten,um die Stadt nach der Corona-Krise weiter auf den richtigen Weg zu bringen und zu wachsen.“
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