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Jerusalem in den Dreißiger Jahren

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Es sind Bilder, die noch vor der Gründung des Staates Israel entstanden und die ein Jerusalem zeigen, dass es so heute nicht mehr gibt: Das Archiv der Jerusalemer Cinemathek wird jetzt digitalisiert und dabei kommen Schätze zum Vorschein, die die Altstadt in den 30er Jahren und ihren damaligen Mix aus Juden, Muslimen und Christen zeigen. So zum Beispiel Fotos von der Klagemauer, bevor der große Platz davor gebaut wurde und die Westmauer nur durch einen schmalen Gang von dem Marokkanischen Viertel getrennt war (dieses wurde nach der Eroberung Ost-Jerusalems im Sechs-Tage-Krieg zerstört).

Die Fotografien zeigen Bettler an der Klagemauer, orthodoxe Juden und traditionell gekleidete Muslime in der Altstadt, Esel, Kamele und nur wenig Fahrzeuge. Im Jahre 1931 lebten in Jerusalems Altstadt nach damaligen Angaben durch die Briten etwa 53.800 Juden, 19.300 Christen und 19.900 Muslime.

Die Klagemauer in Jerusalem war in den 30er Jahren nur durch einen schmalen Gang erreichbar (Bild: Cinemathek Jerusalem).

Die Digitalisierung der einmaligen Aufnahmen läuft bereits seit drei Jahren und soll 2020 abgeschlossen werden: Dann werden tausende Fotos endlich auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Das Jaffa-Tor in Jerusalem in den 30er Jahren (Bild: Cinemathek Jerusalem).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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