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Pride Parade verschoben

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Es ist normalerweise eines der wichtigsten Events des Sommers: Tausende Touristen und Einheimische feiern jedes Jahr im Juni die Gay Pride Parade in Tel Aviv. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Event erst einmal auf August verschoben. Ob dann überhaupt schon wieder Urlauber ins Land kommen dürfen, steht in den Sternen.

Tel Aviv hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Zentren vor allem für homosexuelle Männer weltweit entwickelt. Die Gay Pride, auf der traditionell Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Nicht-Binäre und Queer die soziale und Selbstakzeptanz und gesetzliche Rechte mit Stolz feiern, hatte im vergangenen Jahr in Tel Aviv rund 250.000 Besucher. Es ist damit die größte Parade dieser Art im gesamten Nahen Osten und wird von vielen Gay-Events in der Stadt und im ganzen Land begleitet – die Jerusalemer Gay Pride ist mit etwa 15.000 Besuchern deutlich kleiner, seit 2017 findet außerdem eine Parade in Beersheva statt.

Einen Erfolg kann die Community aber trotzdem verbuchen: Transgender sollen nun ihr Geschlecht leichter im Personalausweis ändern können, sogar ohne operative Geschlechtsumwandlung und mit einer Warte- und Überprüfungszeit von sechs Monaten, statt wie zuvor zwei Jahren. In dieser Zeit müssen die Menschen belegen, dass sie mit einer anderen Geschlechtsidentität leben. Außerdem können die Änderungen nun schon mit 16 Jahren statt wie vorher erst mit 18 durchgeführt werden. Für viele Transgender stellt das Zeigen ihres Ausweises, wenn noch nicht das richtige Geschlecht aufgeführt ist, oftmals einen Anlass für erlebte Diskriminierungen und Gewalt dar.

Tel Aviv Gay Pride 2019

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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