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Corona-Krise: Aktualisierte Regeln und mehr Schutz für Bewohner von Altenheimen

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

12.501 Israelis sind bisher an dem COVID-19-Virus erkrankt, 131 Menschen sind daran gestorben (Stand Donnerstag morgen). Trotzdem diskutieren Experten immer offener die Möglichkeiten, die strengen Ausgangssperren nach den Pessach-Feiertagen langsam und sukzessive aufzuheben. Evtl. könne dies jedoch nur dann passieren, wenn besonders betroffene Städte und Viertel weiterhin vom Rest des Landes isoliert werden. Neben der totalen Abriegelung der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak wurden auch sieben verschiedene Jerusalemer Viertel über die Feiertage unter eine strenge Ausgangssperre gestellt.

Darüber hinaus wurden die Regeln für alle Israelis nochmals aktualisiert: Seit dieser Woche müssen alle Israelis ausserhalb des Hauses Masken tragen. Vor Supermärkten, Drogerien, Apotheken und anderen noch geöffneten Geschäften wird mit einem Thermometer gemessen, ob man Fieber hat, bevor man eintreten darf. Pro Kasse dürfen dann lediglich vier Menschen gleichzeitig das Geschäft betreten. Einwohnern im Alter über 65 wird empfohlen, soweit es geht, noch zwei Wochen lang komplett zu Hause zu bleiben. In Büros dürfen sich nie mehr als zehn, in Fahrstühlen und Autos nie mehr als zwei Personen gleichzeitig befinden (es sei denn, es handelt sich um Personen, die im gleichen Haushalt leben).

Eine Drogeriemitarbeiterin überprüft die Körpertemperatur, bevor der Kunde eintreten darf (Bild: KHC).

Weil viele der Verstorbenen aus den gleichen Altersheimen kamen, hat das Gesundheitsministerium jetzt mit Ronni Gamzu, dem Generaldirektor des Tel Aviver Ichilovs Spitals, einen Experten damit beauftragt, das Virus-Management für Altersheime in ganz Israel zu übernehmen. Der Vorsitzende der Vereinigung für Altersheime und betreutes Wohnen in Israel, Ron Ozery, hatte die Regierung seit Anfang März davor gewarnt, dass es nicht genügend Schutzkleidung für Betreuer in den Einrichtungen gibt und man generell nicht auf die Pandemie vorbereitet sei. So würden Mitarbeiter nicht auf das Virus getestet, obwohl die Pfleger unmöglich den Sicherheitsabstand von zwei Metern bei ihrer Arbeit einhalten können. Das ändert sich nun, auch insgesamt wurde die gewünschte Kapazität an täglichen Tests mit mehr als 10.000 Virus-Tests pro Tag erreicht.

Weitere Informationen:

Interview mit Experten zur Aufhebung der Ausgangssperre (eng), Times of Israel

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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