MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Beduininnen häkeln für ein besseres Leben

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Als Shula Zaks ihre NGO Iota Project gründete, wusste sie, dass es genau eine Fähigkeit braucht, um wirklich etwas zu verändern: 2014 gründete sie gemeinsam mit Zur, einem Unternehmen aus dem Bereich industrielles Design Iota Project, um arbeitslosen Frauen weltweit zu helfen und gemeinsam mit ihnen tolle gehäkelte Designer-Produkte herzustellen.

Heute arbeiten in Israel 15 Beduinen-Frauen für das Unternehmen, auch syrische Flüchtlinge werden in der Türkei beschäftigt. Alle Frauen verdienen faire Gehälter und erfahren durch ihre Arbeit eine neue Unabhängigkeit: „Es freut uns riesig, dass unser Bauchgefühl stimmte: Handgemachte Produkte sind immer in Mode und verschwinden nie, auch wenn alles so industriell geworden ist. Die Menschen wissen immer noch Dinge zu schätzen, die in Handarbeit hergestellt wurden und ein Leben haben“, erzählt Noa Curiel, Kuratorin und Designerin für das Iota Project begeistert.

Die Beduinen-Frauen in Israel haben eine der höchsten Armuts- und Arbeitslosigkeitsquoten im Land. Frauen wird das Arbeiten oft von ihren Ehemännern unter dem Vorwand der Religion untersagt. Rund 30 bis 50 Prozent der muslimischen Beduinen leben in Polygamie, auch wenn das gegen das israelische Gesetz verstösst.

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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