MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Lebensstandard steigt – Gehälter auch

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Nach Jahren in denen Gehälter in Israel fast stagnierten, ist das real verfügbare Einkommen zwischen 2012 und 2017 für viele Israelis gestiegen: In Mittelklasse-Haushalten um stolze 22 Prozent, bei Niedrigverdienern um 19 Prozent und im oberen Einkommensbereich immerhin noch um 14 Prozent. Das Durchschnittseinkommen für israelische Arbeitnehmer stieg im März erstmals auf 11.400 Schekel Brutto (2.800 Euro, 3.100 CHF).

Auch die Arbeitslosigkeit liegt mit 3,5 Prozent auf einem Rekordtief. Die Arbeitsmarktbeteiligung konnte ebenfalls eine Verbesserung verzeichnen: Mittlerweile arbeiten 40 Prozent der arabischen Frauen, das Ziel der Regierung liegt bei 41 Prozent für 2020. Lediglich die Arbeitsmarktbeteiligung der ultra-orthodoxen Männer stagniert weiter, sie liegt bei schwachen 49 Prozent und damit weit von den 63 Prozent entfernt, die als Ziel für 2020 gesetzt waren. Auch bei der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen gibt es noch Verbesserungsbedarf: Vor allem im hochbezahlten High-Tech-Bereich (Gehälter liegen hier aktuell im Durchschnitt bei fast 26.000 Schekel, ca. 6.400 Euro, 7.100 CHF) sind nur ein Drittel aller Mitarbeiter Frauen. Immerhin stieg in dieser Branche die Zahl der weiblichen, ultraorthodoxen Mitarbeiterinnen in den letzten zehn Jahren von 1 auf 3 Prozent.

Um das Wohlstandsniveau weiter zu steigern, muss jetzt vor allem die Arbeitsproduktivität noch erhöht werden. Diese liegt derzeit bei einem Wachstum von jährlich 1,2 Prozent, erwartet wurden jedoch 2 Prozent. Sie gehört damit zu den niedrigsten Produktivitätsraten unter entwickelten Ländern. Eine Studie des Taub-Zentrums argumentiert, dass der Unterschied zwischen der Leistung von exportintensiven Industrien und denen, die vor allem für den lokalen Markt produzieren, einer der Gründe dafür sei. Auf dem lokalen Markt gibt es in Israel wenig Wettbewerb, was wiederum die zum Teil enormen Preise zum Beispiel für Lebensmittel erklärt.

Epizentrum der erfolgreichen Start-up-Nation ist Tel Aviv (Bild: Pixabay)

Weitere Informationen:

Wirtschaftliche Trends in Israel (eng), Taub-Zentrum

Monatseinkommen erstmals höher als 11.000 Schekel (eng), Globes

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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