Wie das Bildungsministerium nun bekannt gab, sind für das kommende Schuljahr noch rund 5.600 Lehrerstellen unbesetzt, während gleichzeitig ein Lehrerstreik droht, bevor die Schulen am 1. September überhaupt wieder öffnen. Am stärksten sei der Mangel in Tel Aviv und Zentralisrael zu spüren, wo nach Angaben des Ministeriums fast 3.500 Lehrer fehlen. In anderen Regionen fehlen Hunderte von Lehrkräften.
An Grundschulen fehlen 424 Englisch- und 250 Naturwissenschaftslehrer, während an Sonderschulen und Kindergärten 1.103 Lehrer fehlen, fügte das Ministerium hinzu. Ausserdem waren rund 460 Stellen für naturwissenschaftliche Lehrkräfte unbesetzt. Die Tageszeitung Haaretz berichtete, dass im Vergleich zu den Vorjahren nach dem letzten Jahr mehr Lehrer den Beruf verlassen haben. Auch die Zahl der Studenten, die ein Lehramtsstudium anstreben, sank von 13.500 im Schuljahr 2020-2021 auf 11.400 im darauffolgenden Jahr. Im März vom Zentralamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass die Zahl neuer Lehrkräfte im vergangenen Schuljahr um 12 Prozent zurückgegangen ist.
Nachdem Lehrer bereits im letzten Monat über einen längeren Zeitraum streikten, warnten nun auch Kindergärtner der staatlichen Kindergärten auf einer Pressekonferenz, dass sie nicht in der Lage sein würden, das Schuljahr am 1. September zu beginnen, da es „ernsthafte Personalengpässe“ gebe. Das Finanzministerium hatte kürzlich empfohlen, die staatlichen Zuschüsse für Kindertagesstätten zu kürzen, so dass von den Eltern höhere Gebühren erhoben werden müssten.
