MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Selbstfahrende Autos in Tel Aviv

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Israel arbeitet seit Jahren daran, Zentrum für Automobiltechnik zu werden. Dabei wird vor allem auf die Entwicklung von sogenannten Roboterautos, also selbstfahrenden Fahrzeugen, fokussiert. Das russische Unternehmen Yandex hat nun die Genehmigung vom israelischen Verkehrsministerium bekommen, den Toyota Prius als selbstfahrendes Fahrzeug auf den Strassen Tel Avivs zu testen. Bis zu zehn Autos sollen bis Ende 2019 in Israel in den Einsatz gebracht werden – vorerst unter Aufsicht eines leitenden Ingenieurs, der zwar noch im Fahrersitz sitzt, aber seine Hände nur im Notfall auf das Lenkrad legt.

„In Tel Aviv zu testen, bringt uns ganz neue Herausforderungen“, schreibt das Team. Die Position der Ampeln, viele Kreisverkehre, ein hohes Verkehrsaufkommen und Wetterbedingungen (beispielsweise viel Sonne) seien besondere Faktoren in der Mittelmeermetropole. Toyota bildet keine Ausnahme: Immer mehr Automobilunternehmen eröffnen Niederlassungen für Forschung und Entwicklung in Israel. Nachdem u.a. auch BMW und Mercedes Innovationszentren in Israel aufgebaut haben, ist nun auch die Ford Motor Company mit einem Hub in Tel Aviv vertreten: Man wolle vor allem in den Bereichen Connectivity (Navigation, Nutzung von Multimedia und fahrrelevante Informationen), Sensoren, automatisierten Systemen und Cybersicherheit forschen.

Das israelische Start-up NFT Inc. denkt das Konzept autonomes Fahren währenddessen noch einmal ganz neu: Ihr elektrisches Fahrzeug „Aska“ verfügt über 14 Propeller und ausklappbare Flügel und soll künftig Staus ganz einfach umfliegen können. Das fliegende Auto soll anfangs zwischen 200.000 und 300.000 US-Dollar kosten und später in Massenproduktion bereits für 50.000 US-Dollar erhältlich sein.

Aska Mobil

Weitere Informationen:

Autoindustrie in Israel (eng), NoCamels

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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