Eine Delegation der Jungen CVP reiste im letzten Monat durch Israel. Sie kamen mit konkreten Vorstellungen und wurden vor Ort von einer viel komplexeren Realität überrascht, als sie angenommen haben.
Es war ein straffes Programm, das sich die Junge CVP bei ihrer Reise durch Israel vorgenommen hatte: Haifa, Golanhöhen, Ramallah, Tel Aviv, Jerusalem… Und das alles in knapp sieben Tagen. Die JCVP landete am 23. August mit einer Entourage von 26 Leuten. Für fast alle sei es der erste Besuch in Israel gewesen, sagt Thomas Hofstetter (29), der die Exkursion leitete. Deshalb sei es so wichtig gewesen, möglichst viel innert kurzer Zeit zu sehen, damit man sich so gut es gehe ein Bild machen könne.
«Wir lesen und hören immer von dieser Zweistaatenlösung und wollten uns vor Ort anschauen, was das effektiv bedeuten würde und ob es überhaupt realistisch sei», sagt Hofstetter. Aus diesem Grund standen auch Besuche bei der Schweizer Botschaft in Tel Aviv und bei der Schweizer Vertretung in Ramallah an. Besuche, die von Podiumsdiskussionen und Dialogen abseits der politischen Bühne begleitet wurden. Diskussionen, bei denen längst nicht alle dieselbe Meinung vertraten, auch nicht, wenn man derselben Ethnie angehörte. Dass der Konflikt im Nahen Osten viel komplizierter und umfangreicher ist, als man den Eindruck haben könnte, wurde der Schweizer Delegation schnell klar: «Aus den Medien gewinnt man schnell den Eindruck, dass es einfach um zwei Partien geht, um ein Land und ein Problem. Dabei gibt es so viele Interessensgemeinschaften und so viele unbeantwortete Fragen», so Hofstetter.
Die vielen Eindrücke und Begegnungen wurden zum Ende der Reise durch einen Besuch in Yad Vashem in Jerusalem ergänzt. Ein Abschluss, der einen bleibenden Eindruck hinterliess: «Die ganze Geschichte des Holocaust so stark aus der Perspektive der Opfer zu erleben, war sehr bewegend», sagt Hofstetter. Die Geschichte in diesem Rahmen nochmals aufzurollen habe die gesamte Gruppe sehr berührt. «Die Ausstellung rief uns auch wieder ins Gedächtnis, dass man die Entwicklungen unserer Gesellschaft aufmerksam beobachten soll, jedoch ohne in Panik zu verfallen oder zu überreagieren.»
