Mit 463.000 Familien, zwei Millionen Menschen insgesamt, darunter 850.000 Kindern, die in Israel in Armut leben hält das Land eine traurige Spitzenposition im OECD-Vergleich. Vielen dieser Familien fehlt es an den einfachsten Dingen, oftmals auch an Grundlegendem wie Nahrungsmittel. In einem Land, in dem gleichzeitig regelmässig in Restaurants, Hotels, Veranstaltungssälen, Kantinen und Supermärkten rund 25 Prozent der Lebensmittel in den Müll wandern ist das umso schockierender.
Schuld daran sind Gesetze, die es verhindern, dass nicht gegessene Lebensmittel an Bedürftige gespendet werden können. Die meisten Organisationen haben schlichtweg zuviel Angst davor, verklagt zu werden, falls sie Essen spenden, was dann aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gut ist. Die Organisation Leket Israel, die bedürftige Familien mit Essenspenden versorgt, plädiert seit Jahren dafür, dass diese gesetzliche Regelung geändert wird. In Ländern wie den USA können Nahrungsmittelspender nicht belangt werden, wenn sie in gutem Glauben handelten – eine ähnliche Regelung wäre auch in Israel denkbar.

Weitere Informationen:
Nahrungsmittel werden weggeworfen und nicht gespendet (englisch), Globes, 01.02.18