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Umfrage: 70 Prozent der Israelis haben kein Vertrauen in die Regierung

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Laut einer auf Channel 12 ausgestrahlten Umfrage sagt eine Mehrheit der Israelis, dass sie der Regierung nicht vertraut. Die Mehrheit der Öffentlichkeit ist auch gegen die Politik gegenüber den Geiseln und missbilligt den in dieser Woche verabschiedeten Haushalt.

Auf die Frage, ob sie der derzeitigen Regierung vertrauen, antworteten 70 Prozent der Befragten mit „Nein“, verglichen mit 27 Prozent, die mit „Ja“ antworteten. Selbst unter den Wählern der aktuellen Regierungskoalition sagten nur 51 Prozent, dass sie der Regierung vertrauen, verglichen mit 36 Prozent, die sagten, dass sie es nicht tun.

69 Prozent befürworten einen Deal zur Rückkehr aller Geiseln im Austausch für ein Kriegsende, 21 Prozent sind dagegen, 10 Prozent unentschieden. Unter Koalitionswählern unterstützen 54 Prozent den Deal, 32 Prozent lehnen ihn ab. In der Opposition sind 86 Prozent dafür, nur 9 Prozent dagegen.

Eine Geiselmutter wirbt für die Befreiung ihres Sohnes, der immer noch in Gaza gefangen gehalten wird (Bild: KHC).

Von den 59 noch in Gaza gefangen gehaltenen Geiseln gelten 24 als noch am Leben. Netanjahus Regierung weigert sich, auch nur darüber nachzudenken, den Krieg im Austausch für die Rückkehr der 59 verbliebenen Geiseln zu beenden. Sie besteht darauf, dass die Kämpfe erst enden können, wenn die Terrorgruppe Hamas entmachtet und keine Bedrohung für Israel mehr ist. Zudem lehnt die Regierung substanzielle Verhandlungen über eine zweite Phase des Waffenstillstands ab – obwohl sie sich ursprünglich dazu bereit erklärt hatte. In dieser Phase hätten die überlebenden Geiseln im Austausch für ein dauerhaftes Kriegsende und den vollständigen israelischen Rückzug aus Gaza freigelassen werden sollen. Die dritte Phase sah schliesslich den Austausch der von beiden Seiten festgehaltenen Leichen vor.

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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