MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Mann stirbt nach Infektion mit Amöbe

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Ein israelischer Mann, der letzte Woche an einer durch eine seltene Amöbe verursachten Enzephalitis erkrankt war, ist an der Infektion gestorben, das teilte das Beilinson-Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, nun mit.

Die Amöbe, bekannt als Naegleria Fowleri, lebt im Boden und in warmem Süsswasser, wie Seen, Flüssen und heissen Quellen. Die Amöbe wird gemeinhin als „hirnfressende Amöbe“ bezeichnet, da sie eine Gehirninfektion verursachen kann, wenn Wasser, das die Amöbe enthält, in die Nase gelangt.

Es wird vermutet, dass der Verstorbene, ein ansonsten gesunder 25-jähriger Mann, beim Schwimmen am Gai-Strand am Ufer des See Genezareth im Norden Israels mit der Amöbe in Berührung gekommen sein könnte. Er wurde am vergangenen Dienstag mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen in das Krankenhaus eingeliefert.

Der Mann hatte sich vermutlich im See Genezareth infiziert (Bild: Datafox, Wikimedia Commons).

Das Gesundheitsministerium teilte letzte Woche mit, dass es Umweltgesundheitsinspektoren entsandt habe, um den Strand zu untersuchen, an dem der Mann geschwommen war, aber es wurden bisher keine Hinweise auf eine Amöbenkontamination gefunden. Laut Channel 12 wird das Gesundheitsministerium „die Öffentlichkeit bei Bedarf über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren“.

Weltweit wurden bisher nur etwa 400 ähnliche Fälle diagnostiziert. In Israel handelt es sich aber schon um den zweiten Fall dieser Art. Im August 2022 starb ein 36-jähriger Israeli an primärer Amöbenmeningoenzephalitis, einer durch dieselbe Amöbe verursachten Gehirninfektion.

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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