MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Durchbruch in Sexualbiologie-Forschung

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Ein Team von Wissenschaftlern der Technion Uni in Haifa, der Nagoya Universität und der Universität Tokio in Japan hat eine bedeutende Entdeckung über die Bindung von Spermien und Eizellen gemacht: Zum ersten Mal, so veröffentlichte das Forscherteam es letzte Woche in der Zeitschrift The Journal of Cell Biology, wurde bei Wirbeltieren – insbesondere bei Säugetieren – ein Protein identifiziert, das die Verschmelzung von Geschlechtszellen bewirkt.

In dem Paper heisst es unter anderem, dass die Adhäsion zwischen Spermien und Eiern bei Säugetieren von der Transinteraktion zwischen dem spermienspezifischen Protein IZUMO1 und seinem eizellenspezifischen Rezeptor JUNO abhängt. Die Mechanismen und Proteine (Fusogene), die den folgenden Schritt der Gametenfusion (Spermien beim Mann, Eizellen bei der Frau, Anm. d. Red.) vermitteln, waren bisher jedoch unbekannt. Mit Hilfe von Live-Imaging sowie strukturgesteuerter Mutagenese konnten die Forscher eine unerwartete Funktion des IZUMO1-Proteins bei der Zell-Zell-Fusion enthüllen: Das Protein reicht alleine aus, um die Fusion auszulösen, das deutet auf eine zweite Funktion von IZUMO1 als einseitiges Gameten-Fusogen hin – solche sexuellen Fusogene waren zuvor nur bei Pflanzen, Archaeen und anderen niederen Lebensformen nachgewiesen worden.

Die Entdeckung des ersten Sexualzellfusogens bei Wirbeltieren ist ein grosser Erfolg für die Grundlagenforschung. Sie kann dabei helfen, bessere, intelligentere Verhütungsmethoden sowie personalisierte Unfruchtbarkeitsbehandlungen zu entwickeln.

Die Grafik zeigt verschiedene Schritte der Fusion (Bild: Journal of Cell Biology)

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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