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Forschung findet Weg, um Geschlecht vor Geburt zu beeinflussen

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Der Ausgangspunkt für die Forscher der Tel Aviv Universität war die Tatsache, dass in der Landwirtschaft immer noch männliche Küken im Schredder landen, weil sie keine Eier legen können und männliche Kälber umgebracht werden, weil sie keine Milch geben: Ein Team um den Biologen Prof. Udi Qimron gelang es jetzt, mit genetisch modifizierten Mäusen das Geschlecht noch vor der Geburt zu beeinflussen.

Das System der Forscher basiert auf einem bereits existierenden System für bestimmte Pflanzen, Insekten, etc. die eine genetische Fähigkeit haben, das Geschlecht ihres Nachwuchs zu bestimmen. Dafür haben sie zwei gentechnisch veränderte Mäuse miteinander gekreuzt und bestimmte Proteine so aktiviert und kombiniert, dass männliche Embryos eliminiert wurden, während die Entwicklung weiblicher Embryonen unbeeinflusst blieb.

Die Forscher versichern, dass sie ihre Untersuchungen ausschliesslich für Zwecke der Tierzüchtung in der Landwirtschaft durchführen. Doch schon jetzt können in Israel bei der künstlichen Befruchtung unter bestimmten Umständen menschliche Föten eines bestimmten Geschlechts bevorzugt werden: Zum Beispiel dann, wenn die behandelte Frau schon mehrere Kinder ein- und desselben Geschlechts hat.

Den Mikrobiologen Prof. Udi Qimron, Dr. Ido Yosef and Dr. Motti Gerlic (v. re) ist es gelungen, das Geschlecht von Mäusen noch vor der Geburt zu beeinflussen (Bild: Universität Tel Aviv).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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