Jahrzehntelang war die Entscheidungsfindung, was „koscher“ ist und was nicht in Hand weniger Entscheidungsträger. Dieses Monopol wird jetzt durch eine tiefgreifende Reform langsam etwas aufgebrochen: In einer ersten Phase, die nun offiziell eingeläutet wurde, dürfen sich Restaurants, Nahrungsmittelgeschäfte und -fabriken unter allen religiösen Verwaltungen im ganzen Land eine aussuchen, die ihnen die nötige Koscher-Zertifizierung erteilt. Bisher war dies nicht möglich, es durfte ausschließlich mit der lokalen Behörde zusammengearbeitet werden.
Langfristig sollen bis 2023 eine Reihe von privaten Agenturen etabliert werden, die unter Aufsicht des Chefrabbinats die Zertifikate erteilen darf. Damit sollen die Kosten für Einrichtungen, um die Zertifizierung für koschere Lebensmittel zu erhalten, deutlich gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden.
Nach einer kürzlich vom israelischen Institut für Demokratie erstellten Studie ist das bestehende Zertifizierungssystem für koschere Lebensmittel und Einrichtungen höchst ineffizient und kostet dem Steuerzahlen etwa 13,1 Millionen Schekel mehr pro Jahr (ca. 3,7 Millionen Euro, 3,8 Millionen CHF).
