Bereits 109 arabische Israelis sind allein in diesem Jahr Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Fast jeden Tag kann man in den israelischen Zeitungen von einem neuen Mord in einer der arabischen Städte im Land lesen – viele davon stehen mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung. Aber immer öfter geraten auch Unbeteiligte in die Schusslinie. In arabischen Städten wie Tamra, Umm al-Fahm und Dschisr az-Zarqa haben sich Anwohner schon daran gewöhnt, dass vor allem nachts Schüsse durch die Strassen hallen. Dass aber, wie erst in den letzten drei Wochen passiert, mittlerweile Auftragsmorde auch am helllichten Tag mitten in Jaffa oder Westjerusalem durchgeführt werden, zeigt, wie sehr die Situation ausser Kontrolle geraten ist.
„Wir behandeln die Probleme, an die wir schon allzu sehr gewöhnt sind und bei denen so getan wurde, als könnte man nichts machen, endlich ordnungsgemäss“, versprach Premierminister Naftali Bennett kürzlich nach einer Tagung zur Bekämpfung der Gewalt in arabischen Gemeinden.
Ein erster Schritt wurde getan, als die israelische Polizei in der vergangenen Woche riesige Waffenarsenale in arabischen Städten konfiszierte. 65 Verdächtigte konnten ohne grosse Proteste aus der arabischen Gemeinschaft, wie es in der Vergangenheit oftmals der Fall war, festgenommen werden. Auch die Polizeipräsenz wurde in vielen betroffenen Städten deutlich erhöht: Das Vertrauen vieler arabischer Bürger in die israelische Polizei ist extrem niedrig, die neue Regierung, zu der auch eine islamistische Partei gehört, versucht dies händeringend zu ändern.

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