MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Rekordhitze könnte zur Normalität werden

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

Es waren Temperaturen, wie Israel sie seit 100 Jahren nicht mehr erlebt hat: In Eilat stieg das Thermometer in der vergangenen Woche auf 48,9 Grad an. In Jerusalem wurde mit 42,8 Grad sogar eine Hitze erreicht, die noch nie zuvor in der israelischen Hauptstadt gemessen – normalerweise hat die Stadt aufgrund ihrer erhöhten Lage von 800 Meter über dem Meeresspiegel kühlere Temperaturen als der Rest. In den Küstenstädten herrschte derweil extreme Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent. Krankenwagen waren überall im Land im Einsatz, um in der Hitze-Woche etwa 700 Patienten mit Hitzeschlägen und ähnlichem zu versorgen. In der Nähe von Beersheva starb ein 19-Jähriger auf einer Trance-Party an einer Kombination aus Drogen, Alkohol und Hitze.

Glaubt man Experten könnten solche Extremtemperaturen in der Zukunft zur Normalität in Israel werden: „In der Beit Sche’an-Ebene hatten wir 1942 schon solch hohe Temperaturen. In Eilat konnten wir bereits im Mai diesen Jahres ähnlich hohe Temperaturen sehen. Dazu gab es mehrere Trockengewitter. Wir können nicht ausschliessen, dass wir diese extreme Hitze in diesem oder nächsten Jahr in Israel sehen“, erklärte Prof. Daniel Rosenfeld, der an der Hebräischen Universität die Atmosphäre erforscht. „Die Mengen an Carbondioxiden, die wir ausstossen, sammeln sich in der Atmosphäre, das erhitzt den Globus. Wir müssen die Emissionen reduzieren und komplett auf grüne Energien umsteigen.“

Fast 50 Grad in Eilat – glaubt man Experten könnte Israel zukünftig öfter unter solchen Extremtemperaturen leiden (Bild: Barbara Pfeffer).

Weitere Informationen:

Zukünftig öfter Extremtemperaturen in Israel (eng), Ynet

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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