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Mehr Frauen für Israels Strassennamen

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Es gibt ein paar Strassennamen, die gibt es in fast jeder israelischen Stadt: Die Jabotinskystrasse gehört dazu, oder auch Ben Gurion, Weizman, Nordau und Tchernikowsky. Alles Männer, alles aschkenasische Juden. Doch die Strassennamen sollen in Israel diverser werden: mehr weibliche Persönlichkeiten und mehr sephardische Juden sollen künftig Namensgeber werden. Das glaubt Prof. Maoz Azaryahu, Leiter des Herzl Instituts für Zionistische Studien an der Universität in Haifa. Azaryahu hat sich in einem ganzen Buch israelischen Strassennamen und ihren Besonderheiten gewidmet.

„In den frühen Jahren des Staates wollte man die komplette jüdische Geschichte abdecken mit Namen wie Yehuda Maccabi und Yehuda Halevy und dann natürlich den Schlüsselfiguren des Zionismus‘ und der israelischen Politik“, erklärt Azaryahu, künftig sei aber politische Korrektheit ein wichtiger Aspekt bei der Namensvergabe: „Wir werden viele Frauennamen auf den Strassen sehen, die unter anderen Umständen vielleicht nicht die Ehre erhalten hätten. Wir sind in der Ära von Frauen und sephardischen Juden, sephardische Frauen sind am beliebtesten.“

Strassenkreuzung in Tel Aviv: Künftig soll es mehr Frauennamen geben (Bild: KHC)

Weitere Informationen:

Strassennamen in Israel werden diverser (eng), Globes

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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