MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Steigende Ausgaben für Gesundheitsversorgung

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Die Ausgaben für Gesundheitsversorgung in Israel stiegen im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent an und liegen nun insgesamt bei circa 28,54 Milliarden US-Dollar (2.953 US-Dollar pro Kopf). Diese Zahlen des Amts für Statistik zeigen, dass die Ausgaben immer noch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegen, der bei Gesundheitsausgaben in Höhe von 8,8 Prozent des Bruttosozialprodukts liegt (in Israel: 7,6 Prozent). Insgesamt wurden 40 Prozent der Gesundheitsausgaben aus der Staatskasse finanziert, von diesem Geld wurden u.a. Gesundheitsämter und -Versorger finanziert, weitere 24 Prozent der Gesamtausgaben wurden durch Steuereinnahmen gedeckt.

21 Prozent der Gesamtkosten sind Zahlungen für Medizin und medizinische Dienstleistungen, die privat geleistet wurden. Weitere 13 Prozent sind Zahlungen die von privaten Zusatzversicherungen und NGOs geleistet wurden. Im Vergleich zu anderen OECD-Ländern, die im Durchschnitt 74 Prozent aller Gesundheitsausgaben durch staatliche Gelder finanzieren, liegt Israel mit seinen 64 Prozent etwas zurück. Dafür sind die monatlichen Beiträge in Israel im Durchschnitt niedriger als beispielsweise in Deutschland und der Schweiz. Vor allem für Selbstständige unterscheiden sich die Kosten enorm: Geringverdiener können sich für nur ca. 80 US-Dollar im Monat versichern und erhalten dafür alle Dienste – lediglich für Zahnarzt-Behandlungen fallen ab einem Alter von 18 Jahren zusätzliche Kosten an. Arbeitnehmer zahlen ca. 12 Prozent ihres Bruttogehalts für die israelische Krankenversicherung (Deutschland 14,6 Prozent, die Hälfte zahlt der Arbeitgeber, in der Schweiz muss der Arbeitnehmer die Beiträge alleine bezahlen).

Die vier Krankenkassen, die es im Land gibt, haben alle Handy-Apps entwickelt, über die man Termine und Untersuchungsergebnisse einsehen kann. Die meisten Ärzte sitzen in Ärztehäusern, in denen es keine Sprechstundenhilfe für jeden Arzt gibt, sondern Mitarbeiter, die für alle Ärzte im Haus verantwortlich sind. Wenn man einen Termin hat, zieht man die Chipkarte an einem Computer am Eingang durch und erhält dann einen Zettel mit Wartenummer sowie Informationen zu Stockwerk und Zimmer, in dem sich der Arzt befindet. Diese hocheffiziente Art, Arzttermine abzuwickeln führt selbst in Großstädten wie Tel Aviv dazu, dass die Wartezeit bei Arztbesuchen relativ gering ist.

Ein Mann meldet sich an den Computern im Ärztezentrum für seinen Arzttermin an (Bild: Jacques Korolnyk).

Weitere Informationen:
Kosten für Gesundheitsversorgung steigen (eng), JPost

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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