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Wirtschaftsmagazin kürt Netflix zu wichtigster Marke Israels

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Nachdem jahrelang Coca Cola und Google das Ranking der „führenden Marken Israels“ des israelischen Wirtschaftsmagazins Globes anführten, hat sich nun Netflix die Krone in diesem Wettbewerb geschnappt. In der Begründung heisst es: „alle lieben Netflix, der innovative Streamingdienst hat die herkömmliche Fernsehindustrie nachhaltig gestört. Netflix bietet coole Serien, über die alle sprechen und Dokumentationen zu jedem Thema auf der Welt. Es bietet unerschöpflich Inhalte für eine Monatsgebühr, die den Kontostand nicht allzusehr beschädigt.“

Netflix ist in Israel sogar so beliebt, dass die kürzliche Preiserhöhung von 40 NIS (10 Euro, 11 CHF) auf 47 NIS (12 Euro, 13 CHF) von den Nutzern kaum kommentiert oder diskutiert wurde. Während die Zuschauer bei ähnlichen Preiserhöhungen durch die israelischen Pay-TV-Anbieter Hot undYES normalerweise auf die Barrikaden gehen, scheint es bei Netflix niemanden zu stören. Weil der Streamingdienst zwar gerne Daten über seine Nutzer sammelt, diese aber nur ungern teilt, ist nicht ganz genau klar, wieviele Abonnenten Netflix in Israel hat. Manche gehen von mindestens 500.000 Leuten aus (zum Vergleich, die beiden israelischen Streamingdienste Cellcom TV und Partner TV haben gemeinsam etwa 400.000 Abonnenten) – vorsichtigere Schätzungen gehen von mehr als 100.000 aus, eine Zahl die weiter steigt.

Bisher zeigt Netflix weniger als zehn Serien und Filme, die im Original auf hebräisch gedreht wurden, was sicherlich noch ein grosser Vorteil für andere israelische Streamingformate und das herkömmliche Fernsehen im Land ist. Andererseits sind Israelis es von jeher gewohnt, Filme und Serien mit hebräischen Untertiteln zu gucken – und davon bietet Netflix mehr als genug.

Trailer Fauda, eine der erfolgreichsten israelischen Serien auf Netflix

Weitere Informationen:

Globes Magazin kürt Netflix zu wichtigster Marke in Israel (eng), Globes

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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