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Fall von Kindesmissbrauch in einer Kita: Tausende protestieren in ganz Israel

in Israel Zwischenzeilen/Leben, Kultur & Sport

Es ist der Albtraum aller Eltern: Wie Kameraufnahmen in einer kleinen privaten Kita im Zentrum Israels zeigen, hat die Kindergärtnerin Carmel Mauda angeblich in 70 Fällen Kinder gefesselt, misshandelt und geschlagen. Nun werden die Rufe nach staatlicher Kontrolle für die vielen privaten Kindergärten im Land lauter: Tausende Menschen versammelten sich nach Bekanntwerden der Vorfälle und blockierten in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa die Strassen. Sie alle verlangten, regelmässige Kontrollen privater Einrichtungen sowie höhere Strafen für Betreuer, die Kinder misshandeln. In den letzten Jahren waren immer wieder Fälle wie der jüngste um die Kindergärtnerin Mauda bekannt geworden, darunter auch der Mord eines 18-Monate alten Babys durch eine Betreuerin.

In Israel gibt es erst für Kinder ab 3 Jahren die Möglichkeit, einen staatlichen Kindergarten zu besuchen. Da die offizielle, bezahlte Elternzeit aber lediglich drei Monate beträgt, sind die meisten Eltern bis zu diesem Alter auf private Einrichtungen angewiesen. Diese kosten im Durchschnitt zwischen 700 und 1000 Euro im Monat. Neben der finanziellen Belastung für Eltern gibt es kein Standard für diese privaten Kindergärten, oftmals sind nicht genug Betreuer beschäftigt, es gibt zu viel Personalwechsel oder es werden zu viele Kinder auf zu kleinem Raum betreut.

Glückliche Kinder in einer privaten Tel Aviver Kita (Bild: Privat).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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