MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Die Start-up-Nation braucht neue Strassen

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Tel Aviv und Umgebung sollen das Zentrum der Start-up-Nation Israel sein, die Gegend ist aber vor allem Zentrum für Staus. Insgesamt sollen Verkehrsstaus Israel, laut Angaben der israelischen Zentralbank, jährlich mehr als 35 Milliarden Schekel (9 Milliarden CHF, 8,5 Milliarden Euro) kosten. Die OECD bezeichnete die „fehlende Verkehrsinfrastruktur“ in einem Bericht von März 2018 als eine der grössten Herausforderungen Israels.

Das Büro des Premierministers hat nun unter dem Titel „Infrastruktur für Wachstum 2019“ einen neuen Plan veröffentlicht, der sich diesen Herausforderungen annehmen soll. Rund 196 Milliarden Schekel (etwa 47 Milliarden Euro, 54 Milliarden CHF) sollen unter anderem in eine neue Tramlinie im Grossraum Tel Aviv und eine weitere in den Vierteln Ramot und Gilo in Jerusalem investiert werden. Neue und erweiterte Zufahrtsstrassen für die beiden Metropolen Tel Aviv und Jerusalem sind ebenfalls geplant.

Daneben sollen zwei neue Kraftwerke, ein neues Krankenhaus in Beersheva, ein neues Finanzministerium, eine neue Recyclinganlage für die Umwandlung von Abfällen zu Energie sowie 2.550 neue Klassenzimmer und Kindergärten gebaut werden. Interessanterweise wurde eine neue Infrastruktur für das Internet, wie die Installation von Glasfaser-Kabeln, im Bericht nicht ein einziges Mal erwähnt: Die Start-up-Nation hat erst einmal andere Probleme. Ob der Plan nach der Wahl mit einer neuen Regierung umgesetzt werden kann, steht in den Sternen.

Auto an Auto – so fährt man in Israel meistens, nicht nur an Arbeitstagen (Bild: KHC).

Weitere Informationen:

Plan für neue Infrastruktur-Projekte veröffentlicht, Ynet

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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