MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Kampf gegen Impfgegner

in Israel Zwischenzeilen/Medizin & Wissenschaft

Kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Impfgegner zur globalen Bedrohung erklärt. In Israel bekämpft man die Unbelehrbaren schon eine ganze Weile. Vor allem nach dem Ausbruch der Masern, allein 2018 erkrankten mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene – ein Baby starb sogar – will die Regierung ein neues Gesetz auf den Weg bringen: Eltern, die ihre Kinder nicht impfen sollen künftig bestraft werden. Darüber hinaus soll nicht-geimpften Kindern der Zutritt zu Kindergärten und Schulen verboten werden – eine Praxis, die in Einzelfällen bereits durchgeführt wurde. Auch Strafen für einige Ärzte, die im Land als Impfgegner bekannt sind, zieht das Gesundheitsministerium in Erwägung.

Israel hat eigentlich eine recht hohe Impfrate (2014 waren 95 Prozent der Kinder im Land durchgeimpft), allerdings weigern sich viele Mitglieder der ultraorthodox Gemeinden ihre Kinder vor Krankheiten zu schützen, die es eigentlich schon lange nicht mehr geben sollte. Auch in Städten, in denen viele alternative „Ökos“ leben, wie beispielsweise Pardes Hanna haben eine deutlich geringere Impfrate als der Rest des Landes.

Impfungen – für die einen eine Errungenschaft, für die anderen Teufelswerk (Bild: Pixabay)

Weitere Informationen:

Israel kämpft gegen Impfgegner (eng)

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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