MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Arabische und ultra-orthodoxe Israelis bekommen weniger Kinder

in Leben, Kultur & Sport

Die aktuellsten Zahlen des Forschungsinstituts Taub Center in ihrem Bericht „Bild einer Nation 2018“ überraschen: Demnach sinke die Geburtsrate in der arabischen und ultra-orthodoxen Community im Land, entgegen der Erwartung. Vor allem in der muslimisch-arabischen Bevölkerung ist die Veränderung drastisch: Bekamen Frauen dort in den 60er Jahren noch durchschnittlich neun Kinder, sind es heute nur noch drei.

Charedim, also ultra-orthodoxe Juden, die etwa 12 Prozent der 74 Prozent jüdischer Israelis im Land ausmachen, bekommen jetzt im Schnitt 6,9 Kindern pro Frau. 2005 waren es noch 7,5. Bei den restlichen jüdischen Israelis hingegen ist die Geburtsrate von 2,1 auf 2,7 angestiegen. Insgesamt hat Israel mit mehr als drei Kindern pro Frau im OECD-Vergleich die höchste Geburtsrate. Überraschend ist ausserdem, dass mehr und mehr religiös-jüdische Kinder anscheinend normale staatliche Grundschulen besuchen.

Und während Israel zu wenig Geld für die Gesundheitsversorgung seiner Bürger ausgibt, sinkt die Säuglingssterblichkeit trotzdem weiter. Sie ist allerdings mit 6,1 unter arabischen Israelis immer noch deutlich höher als unter jüdischen (2,2). Dies kann teilweise damit erklärt werden, dass in arabischen Familien häufiger innerhalb der Familie verheiratet wird, was genetische Defekte zur Ursache hat.

Familien mit „nur“ zwei Kindern sind in Israel eher die Ausnahme (Bild: Pixabay).

Weitere Informationen:

A Picture of the Nation Report des Taub Centers

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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