MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Bio-Toilette macht aus Fäkalien Kochgas

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

„Das Potential für unsere Bio-Toilette ist riesig, vor allem in eher ländlichen und abgelegenen Gegenden, weil die Logistik und Installation so einfach ist. Unsere Lösung braucht keine Elektrizität“, erklärt Oshik Efrati, Mitgründer von HomeBiogas die Vorteile der von dem Unternehmen entwickelten Bio-Toilette. Anders als andere Lösungen wie Komposttoiletten und Klärgruben, die eine intensive Instandhaltung benötigen oder das Grundwasser verschmutzen können, verwandelt die in Israel entwickelte Bio-Toilette die menschlichen Abfälle sowie das Toilettenpapier in Gas zum Kochen. Pro Tag kann das System genügend Kochgas für etwa drei Stunden produzieren. Jegliche Art von organischen Abfällen kann in das System über eine Art Becken eingefüllt werden. Mithilfe von Wasser und Bakterien werden diese dann umgewandelt und in einem angegliederten Tank gespeichert, der wiederum über ein Rohr mit dem Herd verbunden ist.

Damit die Entwicklung, die nach intensiven Recherchen in Afrika und Indien entstand, auch für ärmere Menschen bezahlbar ist, bietet das Unternehmen Familien an, die Toilette für weniger als einen US-Dollar pro Tag über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren zu kaufen. Insgesamt kostet die Toilette aktuell 650 US-Dollar.

Diese neuartige Bio-Toilette verwandelt Abfälle in Kochgas (Bild: Webseite HomeBiogas).

Weitere Informationen:

Bio-Toilette in Israel entwickelt (eng), JPost

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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