Hunde sind nicht besonders beliebt in der arabischen Welt – gelten sie doch im Islam als unrein. Auch deswegen sind wahrscheinlich unter den 250 Blindenhund-Besitzern in Israel nur etwa drei arabischer Herkunft. Saleem Sharif und sein Hund Winston gehören dazu.
In Nazareth, wo die beiden wohnen, muss Sharif oft erklären, warum er einen Hund dabei hat – viele haben Angst vor dem Labrador oder piesacken ihn sogar. Sharif hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Mitmenschen über die Bedeutung von Hunden als Helfer aufzuklären, unter anderem geht er in Schulen und berichtet dort von seinen Erfahrungen. „Es gibt einen Unterschied zwischen den jüdischen und arabischen Gemeinden im Land und wie sie mit Blinden umgehen. Das merkt man besonders wenn man mit einem Blindenhund durch arabische Städte läuft – die Menschen sind nicht daran gewöhnt. Das spüre ich und ich leide darunter“, berichtet der junge Mann in der Onlinezeitung „Times of Israel“. Mittlerweile erlauben ihm immerhin einige Restaurants in seiner Heimatstadt gemeinsam mit dem Hund im Schlepptau zu speisen, bei einigen dürfen Saleem Sharif nur auf der Terrasse sitzen.
Auch für Sharif selbst, war der Hund im Haus anfangs keine Selbstverständlichkeit: „Es war seltsam, morgens mit einem Hund im Zimmer aufzuwachen. Meine Mutter war geradezu geschockt…jetzt aber liebt sie ihn fast mehr als mich.“
