Eigentlich gäbe folgende Nachricht Anlass zur Freude: Der israelische Monatslohn steigt. Im ersten Quartal des aktuellen Jahres entsprach das durchschnittliche Einkommen 10’449 Schekel (2’860 Franken). 2016 lag der Betrag noch bei 9’805 Schekel (2’690 Franken). Trotzdem rennt in Israel niemand jubelnd durch die Strassen, schon gar nicht der israelische Wirtschaftsminister Eli Cohen.
Cohen hat allen Grund zur Zurückhaltung, denn eine neue Untersuchung zeigt, was die meisten Israelis Tag für Tag negativ zu spüren bekommen: Die Lebenshaltungskosten sind sind viel zu hoch. Das Wirtschaftsministerium hat aktuell die Preise von Hygieneartikel internationaler Marken unter die Lupe genommen und diese mit den Preisen im Ausland verglichen. Das Fazit stimmt so manch einen wütend, denn in Israel kosten viele ausländische Produkte fast um die Hälfte mehr als in den 13 untersuchten Nationen. «Der israelische Konsument wird nicht länger der Trottel sein», sagte Cohen an einer Pressekonferenz letzte Woche.
Im OECD-Ländervergleich kosteten Hygieneartikel laut Bericht 19 Prozent mehr als im Rest der Welt. Dies sei vor allem in Anbetracht des israelischen Einkommens untragbar: «50 Prozent der Bevölkerung Israels verdient weniger als 7’000 Schekel (1’900 Franken)», so Cohen. Eine Rechnung, die für ihn nicht aufgeht: «Ich glaube an einen fairen Handel und nicht an Selbstgefälligkeit.»

Mehr Informationen:
Wirtschaftsminister: Hygieneartikel in Israel 48% teurer (eng), Globes, 08.06.2017
und
Durchschnittslohn in Israel wächst um 5% im Q1 (eng), Globes, 08.06.2017