Es sind erschreckende Zahlen, die das Amt für Statistik jetzt veröffentlich hat: Über 41 Prozent der Israelis überziehen regelmässig ihr Konto, rund 33 Prozent sind sogar mit mehr als 10.000 Schekel (ca. 2316 Euro, 2470 CHF) im Minus und fast 70 Prozent der Befragten machen bereits seit mehr als einem Jahr Schulden.
Als Grund für die finanziell angespannte Situation geben mehr als die Hälfte der Befragten die hohen Lebenserhaltungskosten an, 20 Prozent berichteten von unklugen wirtschaftlichen Entscheidungen. Viele versuchen das Konto auszugleichen, indem sie bei der Bank einen Kredit aufnehmen.
Nicht nur die finanziell geplagten Israelis werden sich daher freuen, dass laut OECD die Nahrungsmittelpreise nach jahrelangem Anstieg endlich fallen (allein 2014 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Verantwortlich dafür sind aber keine Reformen der Regierung – es gab zwar einige Initiativen, um den Wettbewerb anzukurbeln, aber diese sind erst Anfang des Jahres in Kraft getreten – sondern schlichtweg, dass israelische Konsumenten immer weniger Geld zur Verfügung und ihre Ausgaben für Lebensmittel daher um gut 2 Prozent zurückgeschraubt haben. Die daraus resultierenden hohen Verluste der Supermarktketten bewirkten, dass viele Märkte ihre Preise erheblich reduzierten.

Weitere Informationen:
Statistik über Verschuldung der Israelis (englisch), Ynet, 05.03.15
Gründe für sinkende Nahrungsmittelpreise (englisch), Haaretz, 06.03.15