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Fünf Tote nach Unfällen in Jerusalem – Verdacht auf Expertenpfusch

in Israel Zwischenzeilen

Innerhalb einer Woche sind in Jerusalem zwei tragische Unfälle passiert, die auf Expertenpfusch hinweisen: In der Nachbarschaft Gilo tötete eine Gasexplosion letzten Montag ein Ehepaar und sein Baby. Weitere elf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Wenige Tage später starben in Givat Mordechai zwei Kleinkinder an Vergiftungen, die durch ein Pestizid ausgelöst wurden, welches ein Schädlingsbekämpfer in der Wohnung ausgelegt hatte.

In beiden Fällen ermittelt nun die Polizei, denn hier scheinen Experten ihre Arbeit nicht gewissenhaft genug gemacht zu haben. Vor der Gasexplosion hatten Bewohner des Mehrfamilienhauses mehrmals bei der Firma „Supergas“ angerufen, die für die Gasbehälter im Gebäude verantwortlich ist, weil es in ihrer Wohnung nach Gas gerochen hatte. Nachdem zweimal zwei verschiedene Techniker gekommen sind und keine Fehlfunktion festgestellt hatten, kam es in der Nacht zur Explosion. Im Falle der Vergiftung hatte ein Schädlingsbekämpfer anscheinend ein Pestizid verwendet, das für die Nutzung in Haushalten streng verboten ist.

In Israel wird oft die unzureichende Ausbildung von Fachpersonal wie Elektrikern, Klempnern und Monteuren kritisiert. Für die meisten Kontrollvorgänge gibt es ausserdem keine ausreichende Normierung bzw. die korrekte Implementierung wird nicht genügend kontrolliert.

Ein Elektriker bei der Arbeit in Tel Aviv (Bild: Katharina Höftmann).
Ein Elektriker bei der Arbeit in Tel Aviv (Bild: Katharina Höftmann).

 

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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