MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

EU finanziert Untersuchung zur Wirksamkeit von israelischen Kräutern

in Israel Zwischenzeilen

„Rund 25 Prozent aller heutigen Medikamente, inklusive Aspirin und viele krebsbekämpfende Mittel, haben ihren Ursprung in pflanzlichen Erzeugnissen. Das Potenzial aus pflanzlichen Erzeugnissen neue Medikamente zu entwickeln ist immens“ erklärt der israelische Forscher Prof. Betrold Fridlender vom „Hadassah Academic College“ in Jerusalem. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Israel, Griechenland, Spanien und den palästinensischen Autonomiegebieten befasst sich Fridlender seit November 2011 mit der medizinischen Wirksamkeit von verschiedenen Pflanzen und Kräutern, die man vor allem auch in Israel finden kann.

Das Projekt „BioXplore“ soll die Voraussetzungen für die Kultivierung von verschiedenen israelischen Pflanzen für pharmazeutische und kosmetische Erzeugnisse sowie so genannte Nutrazeutikum (medizinisch wirksame Lebensmittel) schaffen. Die Studien werden dafür mit 2 Millionen Euro von der Europäischen Union unterstützt. Neben Hadassah arbeitet das „Biodiversity and Environmental Research Center (BERC)“ in Nablus, das „Leitat Technology Center in Barcelona“ sowie das „Hellenic Regional Development Center“ in Athen an der Forschung mit.

Die so genannte„Palästinensische Eiche“ soll eine extrem gute antibakterielle Wirkung haben – sie wächst unter anderem auch in Israel. (Bild: wikipedia.com)
Die so genannte„Palästinensische Eiche“ soll eine extrem gute antibakterielle Wirkung haben – sie wächst unter anderem auch in Israel. (Bild: wikipedia.com)

Bis November 2013 soll jeder der Partner zwischen 300 bis 1.000 Pflanzen aus den jeweiligen Regionen nach zehn verschiedenen Wirkstoffgruppen untersuchen. „Es handelt sich dabei um die erste vollständige Überprüfung der israelischen Flora von Norden bis Süden des Landes, von der Wüste bis zum Meer – sogar von den Pflanzen auf der alten Stadtmauer Jerusalems“, beschreibt Friedlender das Vorhaben begeistert. Das Hadassah College bemüht sich nun um die Finanzierung des Projektes auch nach November 2013.

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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