MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Neues Abkommen für mehr Konkurrenz auf den Flugrouten nach Tel Aviv

in Israel Zwischenzeilen

Für einen Direktflug nach Tel Aviv zahlt man gut und gerne schon einmal 400-500 Euro (500- 600 CHF). Daneben muss man sich beim Flug mit israelischen Gesellschaften auf zum Teil aussergewöhnlich strenge und lange Sicherheitskontrollen gefasst machen. Das soll sich nun dank eines neuen Beschlusses der israelischen Regierung ändern: Die „open skies“-Vereinbarung sieht vor, dass alle Fluglinien mit Sitz in der Europäischen Union künftig Direktflüge von Europa nach Israel anbieten dürfen.

„Die ‚open skies’ Reform ist gut für Israel. Sie wird zu niedrigeren Preisen und einer höheren Konkurrenz führen.“, begründete Finanzminister Yair Lapid diese Entscheidung, die auf vehemente Kritik der israelischen Gewerkschaft stiess, „Wir können bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze in der Hotelbranche schaffen, wenn wir den Tourismus mit dieser Massnahme ankurbeln.“ Profitieren sollen vor allem preiswertere Fluglinien wie „Easy Jet“. Der Billigfluganbieter hatte den Verkehr auf der Strecke London-Tel Aviv zuletzt intensiviert und will dank der Reform nun weitere Flüge von Rom, Mailand, Paris, Nizza und Berlin in die israelischen Metropole anbieten.

Angestellte der israelischen Airlines El Al, Arkia und Israir reagierten mit tagelangen Streiks auf die Entscheidung. Dabei sieht das Abkommen vor, dass auch die israelischen Airlines nun alle Flughäfen der EU anfliegen dürfen. Doch Gewerkschaftler befürchten, die lokalen Fluggesellschaften könnten mit der wachsenden Konkurrenz aus den EU-Ländern nicht mithalten. Die höheren Kosten der israelischen Fluglinien seien vor allem auf erhöhte Sicherheitsbedingungen zurückzuführen. Dabei hatte die Regierung erst vor wenigen Tagen eingewilligt, künftig 97,5 Prozent der Sicherheitskosten von El Al zu übernehmen.

In Israel sind Streiks sehr verbreitet, erst Anfang des Jahres hatten Mitarbeiter der israelischen Häfen und der Bahn ihre Arbeit niedergelegt, um höhere Löhne zu erzwingen.

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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