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Der Tel Aviver Stadtfluss wird erneuert

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

In Tel Aviv soll der Yarkon-Fluss, der durch den Park im Norden der Stadt fliesst, erneuert werden. Die Wasserbehörde plant in Abstimmung mit der Behörde, die für den Fluss verantwortlich ist, die Einleitung von gereinigtem Abwasser in den Fluss. Dieser Vorgang wird innerhalb von fünf Jahren stattfinden, so soll die Menge an sauberem Wasser, das in den Fluss geleitet wird, erhöht werden.

In den letzten Jahrzehnten ist der Fluss Yarkon, der durch das Stadtgebiet von Tel Aviv fliesst und in das Mittelmeer mündet, zum Symbol für das Problem der Wasserverschmutzung in Israel geworden. Vor etwas mehr als 60 Jahren wurde ein Wasserversorgungssystem für die Negev-Region gebaut, indem das Quellwasser, das in den Yarkon-Fluss floss, umgeleitet und so der natürliche Fluss unterbrochen wurde. So konnten nur noch die Abwässer der umliegenden Städte in den Fluss fliessen, was ihn zu einer Quelle der Verschmutzung machte. Als 1997 die Maccabiah-Brücke in Tel Aviv einstürzte, starben vier Sportler, nachdem sie in den Fluss gefallen waren. Drei von ihnen starben an einer Infektion.

Vor einem Jahrzehnt bot die Wasserbehörde an, die Trinkwasserzufuhr zu erhöhen und das gereinigte Abwasser abzuführen, doch die Flussbehörde lehnte ab. „Wir befürchteten, dass sie in Dürrejahren nicht in der Lage sein würden, das Trinkwasser zu liefern, und dass der Fluss dann austrocknen würde“, erklärte der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, dazu.

Doch im letzten Jahr hat sich der Druck, die Ableitung von gereinigtem Abwasser zu stoppen, wieder verstärkt, wobei die Flussbehörde den Wandel vorantrieb. „Einer der Faktoren, die unsere Position verändert haben, ist die Ausweitung der Meerwasserentsalzung“, erklärte Huldai, „Das hat dazu geführt, dass es in Israel kein Wasserproblem mehr gibt, nicht einmal in Dürrejahren.“

Ein Arm des Yarkon-Fluss in Tel Aviv (Bild: KHC).

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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