Es ist eine vergleichsweise kleine Stichprobe, aber die forschende Ärztin Prof. Gili Regev Yochay vom Sheba Medical Center hält die Ergebnisse trotzdem für valide: Demnach sind Menschen, die vor sechs Monaten oder länger die Pfizer-Impfung erhalten haben, fast gar nicht mehr vor der neuen Corona-Variante Omikron geschützt. Sie hätten, so Regev, „keine neutralisierenden Fähigkeiten“ mehr, während diejenigen, die bereits den Booster erhalten haben, in relativ guter Verfassung seien. Selbst geboosterte Patienten hätten aber Omikron weniger entgegenzusetzen, als noch der Delta-Variante. Immerhin, betonte die Wissenschaftlerin, scheint Omikron weniger Todesfälle und schwere Erkrankungen als vorherige Corona-Ausbrüche zur Folge zur haben.
Die Angst vor der neuen Variante erklärt Israels harte Einreisepolitik im Moment, noch immer hat das Land die Grenzen für alle Nicht-Israelis geschlossen, täglich kommen neue Länder auf die rote Liste, zuletzt England und Dänemark, was eine Reise dorthin dann auch für Israelis untersagt. 42 Prozent der dafür berechtigten Israelis haben immer noch nicht ihre Booster-Impfung erhalten. Ganze 32,4 Prozent davon sind noch komplett ungeimpft. Die Reisebeschränkungen sollen wohl auch für sie den Druck erhöhen. Darüber hinaus werden weitere Einschränkungen für nicht vollständig durchgeimpfte Bürger diskutiert, so zum Beispiel, dass sie nur noch Geschäfte für essentielle Waren betreten dürfen.
Der Direktor des Gesundheitsministeriums, Nachman Ash, sagte währenddessen, dass es eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ für die Empfehlung einer vierten Impfung gäbe, aber noch nicht klar sei, wann dieser Fall eintrete.

Weitere Informationen:
Israelische Studie zeigt: Booster hilft gegen Omikron (eng), Times of Israel