Auch in Jerusalem werden offene (Grün)-flächen immer seltener, die Stadt will deshalb die Nutzung von Dächern in der Stadt verstärken. Ob für die Erzeugung von Solarenergie, Gemeinschaftsaktivitäten oder um Grünflächen zu schaffen, die Menschen, Tieren und der Umwelt zugute kommen können – der Prozess soll neue Räume in der Hauptstadt schaffen.
Um Aktivitäten auf bestehenden Dächern in Gang zu bringen – die meisten Jerusalemer leben in Mehrfamilienhäusern, bei denen die Aufteilung des Eigentums an den Dächern problematisch sein kann – hat die Jerusalem Economic Development Company (EDEN) für die Stadt eine Ausschreibung über 370.000 NIS (ca. 91.000 Euro, 88.000 CHF) gestartet, um gemeinschaftliche Dachgärten in der Stadt anzulegen. Daneben werden individuelle Zuschüsse von bis zu 40.000 NIS (ca. 9.800 Euro, 9.500 CHF) angeboten.
„Wir müssen sehen, wie der Markt auf unser Zuschussangebot reagiert. Wir wollen den Puls fühlen und werden eine Ausweitung der Zuschüsse in Betracht ziehen, wenn Interesse besteht“, erklärt der Geschäftsführer von EDEN, Ido Hershkovitz. Ein erster Erfolg ist die Installierung von Solarpanels auf den Dächern von 130 öffentlichen Gebäuden.
Die NGO Muslala geht in dem Vorhaben ebenfalls mit gutem Beispiel und Engagement voran: Das 1.650 Quadratmeter grosse Freiluftdach von Muslala dient als Labor für eine Vielzahl von Nutzungen, darunter kulturelle Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Freiluftaktivitäten für Schulkinder, Anbau von Lebensmitteln, Kultivierung verschiedener Pflanzenarten mit und ohne Bewässerung, Anlockung von Bestäubern und Förderung der biologischen Vielfalt durch Anpflanzung einheimischer Arten, Erzeugung erneuerbarer Energie und Absorption von Regenwasser, um Überschwemmungen zu verhindern.
