MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Globale High-Tech-Krise trifft auch den Immobilienmarkt

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Der israelische Markt für Gewerbeimmobilien macht sich Sorgen um seine Zukunft, die stark vom Technologiesektor abhängig ist. Nachdem Tech-Giganten wie Microsoft, Google, Amazon, Meta und Intel geplante Kürzungen angekündigt haben, glauben Immobilienexperten in Tel Aviv, dass der Markt an einem Scheideweg steht. Bisher haben die Tech-Giganten in Israel zwar noch keine Entlassungen vorgenommen, aber die Stimmung im High-Tech-Sektor weltweit, lässt nichts Gutes vermuten.

Guy Amosi, CEO von Avison Young Israel – propertech, erzählt dem Medium Globes: „Die allgemeine globale Stimmung – wirtschaftlich und politisch – wirkt sich auf jeden Bereich unseres Lebens aus. Globale Ereignisse, von der Inflation bis zu Zinserhöhungen und dem Krieg in der Ukraine und der Energiekrise in Europa, beeinflussen die ganze Welt und mit Sicherheit auch die Immobilienwelt und Büroimmobilien.“ Die Büropreise in Israel waren schon vor der Covid-Pandemie hoch. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters Newmark Natam erreichten die Durchschnittspreise für Büroflächen im ersten Halbjahr 2022 in Tel Aviv einen neuen Höchststand, nachdem sie 2021 aussergewöhnlich stark gestiegen waren.

Das gleiche gilt für Wohnimmobilien. Das internationale Investmentbanking- und Vermögensverwaltungsunternehmen UBS rechnet mit einem ernsthaften Schock für die weltweiten Immobilienpreise, wobei Tel Aviv zu den Städten gehört, die UBS als „gefährdet“ einstuft.

Typische Anzeichen für eine Immobilienblase – von denen viele eindeutig auf Tel Aviv zutreffen – sind laut UBS „eine Abkopplung der Preise von den lokalen Einkommen und Mieten sowie Ungleichgewichte in der Realwirtschaft, wie etwa eine übermässige Kreditvergabe und Bautätigkeit“. In Tel Aviv, der teuersten Stadt der Welt, sind die Immobilienpreise und die Mietpreise stetig gestiegen. In der Mittelmeermetropole muss ein qualifizierter Arbeiter nach Schätzungen von UBS heute mindestens 11 Jahre arbeiten, um eine 80 Quadratmeter grosse Wohnung in der Nähe des Stadtzentrums kaufen zu können. Damit gehört Tel Aviv zu den fünf Städten, die für ihre Bevölkerung am wenigsten erschwinglich sind.

Ein Projekt für neue Eigentumswohnungen in Tel Aviv (Bild: KHC).

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

Die neusten Artikel von Israel Zwischenzeilen

Nach Oben