Die israelische Regierung hat mittlerweile fast alle Reiseländer auf die so genannte rote Liste gesetzt: Das heisst, nicht nur können keine Touristen mehr nach Israel kommen, auch Israelis können fast nirgendwo mehr hinfliegen. Denn Länder auf der roten Liste dürfen nur mit Ausnahmegenehmigungen bereist werden: Dazu gehören aktuell u.a. die USA, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Kanada, Italien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Damit hat das Land de facto dicht gemacht. Da manche Flüge aber trotzdem weiterhin stattfinden, bedeutet das für viele Israelis, die Wochenendtrips und Urlaube gebucht hatten, eine Stornierung ohne Geld zurück.
Auch Vertreter des Tourismusministeriums sind äusserst verärgert über die harten Restriktionen, sie halten die Entscheidung, die Grenzen effektiv zu schliessen für einen grossen Fehler. Vor allem da in anderen Ländern weiterhin Tourismus stattfindet und andere Regierungen sogar in die Infrastruktur investieren. „Es kann doch nicht sein, dass die Regierung darüber nachgedacht hat, ob sie den Luftraum schliessen sollen oder nicht, aber dass sie keine Art von Entschädigung vorbereitet haben. Der Premierminister ignoriert Mitarbeiter des Tourismussektors.“, kritisiert Yaniv Poria, Professor für Tourismus und Rektor des Eilat-Campus der Ben Gurion Universität, die aktuellen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus scharf. An mehreren Stellen im Land gingen Vertreter des Tourismussektors aus Protest auf die Strasse.
In einer Ansprache hatte Premierminister Naftali Bennett in dieser Woche alle Israelis eingeschworen, sich auf eine fünfte Pandemiewelle vorzubereiten. Er forderte Ungeimpfte, noch nicht vollständig Geimpfte und Eltern von noch ungeimpften Kindern auf, dringend die nötigen Impfungen zu holen. Außerdem bringt Israel als erstes Land weltweit die vierte Impfung für alle über 60-Jährigen auf den Weg.

Weitere Informationen:
Tourismussektor protestiert gegen Israels geschlossene Grenzen (eng), Ynet