MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Roter Süden: Hoffnung auf lokalen Tourismus

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

Momentan befindet sich Israel in dem dritten Lockdown seit Beginn der Pandemie: Nur einen Kilometer weit darf man sich von seinem Haus entfernen. In und um grosse Städte wie Jerusalem, Haifa und Tel Aviv befinden sich Strassenblockaden und hohe Strafen sollen verhindern, dass Israelis innerhalb des Landes reisen. Für den Tourismus, der sowieso schwer getroffen wurde, als die Regierung vor nunmehr fast einem Jahr entschied, keine Nicht-Israelis mehr ins Land zu lassen, bedeutet das ein völliges Erliegen. Während man vor ein paar Wochen noch mit einem negativen Corona-Test in Hotels am Toten Meer und Eilat durfte, ist jetzt nichts mehr möglich.

Für den etwas abgelegenen Süden Israels, der jedes Jahr im Februar zehntausende Besucher mit den blühenden roten Anemonen-Feldern und dem Festival „Darom Adom“ („der rote Süden“) anlockt, ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Dort hoffen die Menschen nun auf ein baldiges Ende des Lockdowns und haben sich viele Ideen überlegt, wie man Besucher Corona-gerecht begrüssen kann: Während sich die Aktivitäten sonst aufs Wochenende beschränken, wollen die Veranstalter in diesem Jahr auch unter der Woche Besucher empfangen, vor allem da die Schulen immer noch geschlossen sind und die meisten Menschen durch Homeoffice etwas flexiblere Tagesabläufe haben. Im Shokeda-Wald sollen sogar mobile Arbeitsplätze aufgestellt werden, an denen man Zwei-Stunden-Slots buchen kann.

Kulinarische Geschäfte, Restaurants und Cafés wollen draussen für das Festival öffnen und mehr als ein Dutzend Lokale werden Picknick-Körbe anbieten, damit die Besucher die soziale Distanz einhalten und trotzdem geniessen können.

Anemonen im Süden Israels – ein Blickfang und Anziehungspunkt für einheimische Touristen (Bild: Monique Korolnyk).

Weitere Informationen:

Süden hofft auf Touristen (eng), Times of Israel

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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