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High-Tech-Branche steuert auf Fachkräfte-Mangel zu

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Israels erfolgreichste Branche, der High-Tech-Sektor, steuert laut einer neuen Studie auf einen ernst zu nehmenden Fachkräftemangel zu. Ende 2019 waren rund 321.000 Israelis im High-Tech-Bereich beschäftigt, insgesamt konnten aber rund 18.500 Stellen nicht besetzt werden. Fast die Hälfte aller unbesetzten Stellen waren im Bereich Software und Produktinfrastruktur zu finden.

„Die gute Nachricht ist, dass die Nachfrage für israelische Produkte und Know-How weiter steigt, leider ist die Nachfrage immer noch grösser als das Angebot. Die vielen offenen Stellen zeigen beides sehr gut“, erklärte Prof. Eugene Kandal, CEO der Organisation „Start-Up-Nation Central“, die die Studie gemeinsam mit der israelischen Behörde für Innovation veröffentlicht hat.

Die Funde seien vor allem ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig Diversität auch in der High-Tech-Welt sei. Frauen, arabische Israelis und ultraorthodoxe Juden sind in der Branche immer noch unterrepräsentiert. Lediglich 22 Prozent der technischen Positionen und 18 Prozent im technologischen Management werden von weiblichen Mitarbeitern gestellt. Während der Anteil von weiblichen und männlichen Beschäftigten bei Mitarbeitern in ihren 20ern noch relativ ausgeglichen ist, ändert sich das drastisch ab dem Alter von 25 bis 34 – die Zeit, in der die meisten Frauen Mütter werden. High-Tech-Gehälter sind zwar vergleichsweise hoch, die Arbeitszeiten sind aber auch in vielen Unternehmen eher familienfeindlich.

Frauen verlassen oft ihre Jobs im High-Tech-Bereich wenn sie Kinder bekommen (Bild zur Illustration, Pixabay).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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