MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Fluggesellschaft El Al weiterhin in tiefer Krise

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Die israelische Fluggesellschaft steckt weiterhin in einer tiefen finanziellen Krise. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass es 60 Piloten und 100 Flugbegleiter noch vor Abschluss ihrer Ausbildung wieder entlassen muss. Eine weitere Entlassungswelle von bis zu 1000 Mitarbeitern wird derzeit noch mit dem Betriebsrat diskutiert.

El Al hatte schon in der Vergangenheit den steigenden Konkurrenzdruck durch viele Billigflieger gespürt, aufgrund der Corona-Krise musste die israelische Fluggesellschaft nun aber viele Flüge, u.a. nach China, Japan und Italien komplett absagen. Dazu kommt, dass viele Israelis verunsichert sind durch die sich weltweit ausbreitende Viruserkrankung und ihre Urlaube für Pessach abgesagt haben. Von Verlusten in Höhe von 70 Millionen US-Dollar hat das Unternehmen bereits berichtet, bevor auch noch Flüge nach Europa abgesagt werden mussten.

El Al fordert nun staatliche Hilfe, einerseits, weil es ein zu Teilen staatliches Unternehmen ist und andererseits, weil der Staat die Krise mit seinen scharfen Regelungen und Empfehlungen, nicht mehr ins Ausland zu reisen, verschlimmert habe. Bisher hat die Fluggesellschaft nicht konkretisiert, wieviel Geld in Subventionen benötigt wird. Premierminister Benjamin Netanyahu hat aber Wirtschaftsminister Eli Cohen beauftragt, ein Komitee zu bilden, dass genau diese Frage untersucht und Zahlungen festlegt.

El Al Maschine auf dem Ben Gurion Flughafen in Israel (Bild: KHC).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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