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Umweltschützer verhindern Urlaubsressort

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

Nach einem 16 Jahre andauernden Kampf können israelische Umweltschützer nun ihren Sieg über Immobilienentwickler feiern, die am Palmachim Strand (zwischen Bat Jam und Ashdod) ein Urlaubsressort bauen wollten. Die Gegend soll nun stattdessen ein Nationalpark werden, zusätzlich zu dem bereits existierenden Palmachim Beach Naturreservat.

In der vergangenen Woche entschied der Richter nun, dass ein Bauprojekt in der geplanten Grössenordnung eine „Tragödie für kommende Generationen“ sei, irreversible Schäden verursacht hätte und dass das Interesse der Öffentlichkeit in diesem Fall über dem der Immobilienentwickler stehe. Gleichzeitig wäre aber auch den Immobilienentwicklern, so der Richter, „grosse Ungerechtigkeit“ widerfahren. Diese hatten das Land ursprünglich für etwas mehr als 2 Millionen Dollar erworben, dabei sei aber, laut Analyse eines staatlichen Rechnungsprüfers, nicht alles mit rechten Dingen zugegangen: Unter anderem lag der Kaufpreis etwa zehn Prozent unter dem derzeitigen Marktwert. 2010 startete dann eine öffentliche Kampagne gegen die Bebauung eines der wenigen letzten ursprünglichen, unbebauten Küstenabschnitte im ganzen Land. Es wird erwartet, dass die Projektentwickler nun auf Millionen Euro Entschädigungszahlungen klagen.

Für Adi Lustig, die mit 18 Jahren das erste Protestcamp in Palmachim errichtete und mittlerweile 30 ist, war der Kampf „jede Minute wert. Er war es wert, weil unser Strand unser Strand bleiben wird, weil wir gelernt haben, dass wir das Recht darauf haben, zu fordern, was uns gehört und dass wir mit Glauben, Aktion und Hartnäckigkeit erfolgreich sein können.“

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Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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