Für die Jerusalemer Fotografen Rina Castelnuovo und Jim Hollander ist das „Lonka-Projekt“ eine Herzensangelegenheit: Benannt nach Castelnuovos Mutter Dr. Eleonora (Lonka) Nass, einer Frau, die schon in jungen Jahren fünf Konzentrationslager überlebte und kürzlich verstarb, wollen sie den Shoa-Überlebenden, die noch leben, eine Stimme und ein Gesicht geben. Über berührende Fotografien erzählen 250 Fotografen aus 24 Ländern unglaubliche Geschichten. Wie die von Gerda Weissmann Klein, die ihren Deutsch-Amerikanisch-Jüdischen Ehemann Kurt Klein kennenlernte, als er sie als Soldat nach ihrem dreimonatigen Todesmarsch nach Volary befreite.

Das Fotoprojekt zeigt die Überlebenden mit ihren Familien oder bei ihren Hobbies, es zeigt das Leben nach dem Überleben, aber in seinen intimen Portraits und Texten dazu immer auch die Spuren, die das Unfassbare, was die Menschen erlebt haben, hinterlassen haben.
„In gewisser Weise sind wir Bewahrer der Erinnerung.
Es gibt Holocaust-Überlebende, die noch unter uns sind und wir haben die Pflicht, sie ins Rampenlicht zu rücken, denn die Uhr tickt. Die Idee ist es, auch den Erfolg im Leben der Überlebenden zu zeigen, dass sie, trotz allem, was sie durchgemacht haben, Familien gegründet und Karrieren verfolgt haben und dass viele so alt geworden sind“, erläutert Castelnuovo die Idee zum Projekt.


Eine weitere spannende Frage für die Projektentwickler sei gewesen, wie die 250 Profi-Fotografen (u.a. der renommierten Agentur Magnum Photos), das Thema angehen: „Jeder Fotograf versucht eine Geschichte in seinem Bild zu erzählen, jeder tut es auf eine andere Art und Weise.“ Die Dringlichkeit, ein solches Projekt jetzt durchzuführen, zeigt auch die Tatsache, dass seit die Bilder im vergangenen Jahr aufgenommen wurden, bereits acht Überlebende verstorben sind.
