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Butter weiter knapp in Israel

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Schon seit Monaten gibt es in Israels Supermärkten kaum Butter zu kaufen: Nachdem die Regierung einen neuen Preis für elementare Milchprodukte festgelegt hat, ist die Herstellung von Butter für israelische Hersteller unrentabel geworden. Hohe Zölle und Einfuhrkontingente für Butter aus dem Ausland kurbeln die Knappheit weiter an. So kosten aus Europa importierte Marken bis zu 2,40 USD pro 100 Gramm, verglichen mit dem gesetzlich vorgegebenen Preis von 1,12 USD.

Finanz- und Landwirtschaftsministerium schieben sich nun gegenseitig die Schuld für die landesweite Knappheit an Butterprodukten zu. Das Finanzministerium rief in dieser Woche das Landwirtschaftsministerium auf, den Markt für Butter zu öffnen und Einfuhrzölle sowie -Quoten komplett abzuschaffen. Das Landwirtschaftsministerium wiederum beschuldigte das Finanzministerium, die Einfuhrkontingente nicht richtig zu verteilen.

Eyal Malis, der Geschäftsführer von Tnuva, einem der grössten Hersteller von Milcherzeugnissen, rief nun beide Ministerien auf, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden: „Manche Importeure haben ihre Einfuhrquoten nicht ausgenutzt, weil die Preise für koschere Butter im Ausland angestiegen sind und es sich finanziell nicht lohnen würde. Tnuva ist bereit Butter zu importieren, ohne davon zu profitieren, wenn wir nur endlich wieder Butter in den Regalen haben.“

In Israel nennt man Butter jetzt auch „Weisses Gold“ – weil das Produkt seit Monaten knapp ist (Bild: Pixabay).

Weitere Informationen:

Butterknappheit hält an (eng), JPost

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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