MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Rettung für die Sabra-Frucht

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

Die Kaktusfrucht Sabra ist nicht nur lecker und gesund, sie ist auch das Wahrzeichen für das israelische Volk: Nennt man diejenigen, die im Land geboren wurden, doch auch „Sabra“, weil sie aussen stachlig und innen süss seien.

Der Feigenkaktus, der eigentlich aus Mexiko stammt und den es erst seit dem 16. Jahrhundert im Mittelmeerraum gibt, wird jedoch seit einiger Zeit schon von Schädlingen bedroht. Die Insekten namens Dactylopius haben bereits grosse Bestände im Land vernichtet, doch nun hat ein Team des Volcani Zentrums, welches zum Landwirtschaftsministerium gehört, hoffentlich endlich eine Lösung für das Problem gefunden: Unter der Leitung von Prof. Mendel importierten die Forscher eine Käfer- und eine Fliegenart aus Mexiko, die dafür bekannt sind, den Schädlingen beizukommen. Die Insektenarten wurden in Israel erst unter Quarantäne gestellt, gezüchtet und dann an den Schädlingen und anderen Insekten getestet, bevor man sie in die Natur entlassen hat. Bereits 2017 wurden tausende der Marienkäfer-ähnlichen Käfer im östlichen Galiläa freigelassen, gefolgt von Schwärmen der Fliegenart, die ebenfalls 18 Monate später in verschiedenen Gegenden im Norden des Landes ausgesetzt wurden.

„Wir haben bereits Erfolg“, bestätigt Professor Mendel erfreut, „An vielen Orten wurde das Gleichgewicht wiederhergestellt, ohne das Schaden angerichtet wurde. Wir sind mitten im Prozess und es ist ein bisschen chaotisch, aber wie haben grosse Hoffnungen.“

Eine von Schädlingen befallene Kaktusfeige im Norden Israels (Bild: Prof. Zvika Mendel of the Agricultural Research Organization, Volcani Center).

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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