MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Jüdisch? Arabisch? Auf jeden Fall lustig!

in Leben, Kultur & Sport

„Ich bin halb-halb: Halb aschkenasisch, halb mizrachi (orientalisch) mit all den typischen Klischees. Mein Vater hat eine Schwester, meine Mutter hat acht Geschwister, wir nennen sie die Muslimbrüder.“ Das lustigste an der Comedian Noam Shuster-Eliassi ist, wie es sich gehört, natürlich ihr echtes Leben. Der Vater rumänischer Jude, die Mutter iranische Jüdin – aufgewachsen in dem arabisch-jüdischen „Friedensdorf“ Neve Shalom hat Shuster-Eliassi viele Witze im Petto, die mit den unterschiedlichen Herkünften und Stereotypen der israelischen Bevölkerung spielen. Dass dieser Humor nicht nur bei jüdischen Israelis ankommt, zeigt die Tatsache, dass die 31-Jährige im vergangenen Jahr sogar schon in Ost-Jerusalem vor Palästinensern aufgetreten ist. Dort beruhigte sie zwei „düster dreinschauende Männer“ in der ersten Reihe mit den Worten: „Keine Angst, ich bleibe nur 7 Minuten, nicht 70 Jahre.“

Lacht gerne über sich selbst: Noam Shuster-Eliassi (Bild: Seli Ben Arie).

Shuster-Eliassi, die auch schon für viele jüdische Organisationen im Ausland ihre Stand-up-Show zeigte und in Amerika studiert hat, lacht über den Alltagsrassismus ihrer eigenen Familie genauso wie über sich selbst und beispielsweise die Tatsache, dass sie mit ihrer Grösse von 1,80 Meter viele Israelis überragt: „Nach der zweiten Klasse wurde ich direkt in die vierte versetzt. Mein Vater war ausser sich vor Freude, ‚Ich wusste schon immer, dass meine Tochter sehr klug ist‘, sagte er zu dem Direktor. Der erklärte ihm, dass es nicht daran läge, sondern dass ich einfach zu gross sei für die zweite Klasse und ständig auf die anderen Kinder träte…“

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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