MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Tel Aviv ist bereit für Eurovision

in Israel Zwischenzeilen/Tourismus & Natur

Das Eurovisions-Dorf zieht sich über mehrere hundert Meter am Meer entlang. Jeden Abend finden hier unter dem Motto „Traue dich, zu träumen“ andere Veranstaltungen, Konzerte, Tanzshows, DJ-Auftritte statt, die die Massen schon vor der grossen Show am Samstag begeistern sollen. 20.000 Polizisten stehen bereit, um Gäste, Performer und Crews zu schützen. Das Raketenabwehrsystem Iron Dome ist aufgebaut.

Blick auf die Bühne des Eurovision-Dorfes in Tel Aviv (Bild: KHC)

Immerhin für die Stadt Tel Aviv haben Besucher bisher viel Lob übrig: „Tel Aviv hat mehr als jede andere Gastgeber-Stadt investiert, in der ich je war. Die Stadtverwaltung hat jeden Tag etwas besonderes für uns Fans organisiert“, erzählt Jude Habib, eine britische Journalistin, die bereits zum 14. Mal über den Eurovision-Contest berichtet. Auch das Eurovisions-Dorf bekommt bisher viel Lob: Alles sei fantastisch organisiert, die Preise für Essen und Snacks erschwinglich und Wasser gäbe es sogar kostenlos.

Wenn Israel am Samstag seinen Titel verteidigt – moderiert wird die Veranstaltung übrigens u.a. von Bar Rafaeli und Lucy Ayoub – werden allerdings vielleicht weniger Leute im Publikum sein, als bei vorherigen Eurovisions-Finalen. Das liegt wohl vor allem an den hohen Preisen, die viele Eurovisions-Fans abgeschreckt haben. Denn nicht nur die Tickets für das Halbfinale und Finale sind deutlich teurer als in den Jahren zuvor (im vergangenen Jahr kostete ein Ticketpacket 350 Euro, in diesem Jahr knapp 1.000 Euro), auch die Preise für Flüge von Europa nach Israel sind bis auf wenige Ausnahmen happig. Dazu kommen die hohen Kosten für Hotels und Essen in Tel Aviv – so dass insgesamt statt der erwarteten 14.000 bis 18.000 Touristen lediglich etwa 5.000 – 7.000 Menschen für den Eurovision nach Israel kommen. Schuld daran sei, so Kritiker, die israelische Regierung, die anders als angekündigt, den Wettbewerb nicht finanziell unterstützt. Auch das Tourismusministerium wird scharf kritisiert, weil es versäumt wurde, die Besucher, die immerhin kommen, für Ausflüge im ganzen Land zu begeistern.

Eurovision: Das Musical (ein nicht ganz ernst gemeinter Clip des Veranstalters)

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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