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Israelische Bahn wird verklagt – wegen schlechtem Wifi

in Israel Zwischenzeilen/Wirtschaft & Innovation

Obwohl die israelische Bahn gerne mit dem in Zügen und auf Bahnhöfen verfügbaren Wifi wirbt, ist das Netz oft sehr unregelmässig verfügbar. Eine Software-Firma aus dem Süden des Landes hat es sich daraufhin zur Aufgabe gemacht, die Stärke des Wlans für Laptops und Smartphones in den Zügen zu überprüfen: In 89 Prozent der Fällen konnten Laptops keine Internetverbindung herstellen. Bei Smartphones jedoch funktionierte das Wifi in 94 Prozent der getesteten Fälle. Weil der Test bei anderen öffentlichen Verkehrsmitteln (wie beim Busunternehmer Egged) deutlich positiver ausfiel, entschloss das Software-Unternehmen sich gemeinsam mit einem Team aus Anwälten, die israelische Bahngesellschaft im Namen von mindestens 5 Millionen Bahnfahrern zu verklagen.

Die Sammelklage fordert fast 84 Millionen US-Dollar in Entschädigungszahlungen, weil, wie es in der Anklageschrift heisst, die Passagier anders als beworben eben nicht das beste aus ihrer Fahrtzeit machen können. Rund 60 bis 64 Millionen Fahrten werden jährlich mit der israelischen Bahn gemacht – das sei, laut Anklage, sehr viel Arbeits- oder Freizeit, die verloren ginge, ohne Internet.

Wer braucht bei dem Blick aus dem Zugfenster Wifi? Aufgenommen auf der Strecke durch Haifa (Bild: מאת מיכאלי, ייחוס, https://he.wikipedia.org/w/index.php?curid=1397647).

Weitere Informationen:

Israelische Bahn wird verklagt (eng), Calcalist

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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