MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

So viele Einwanderer aus Westeuropa wie nie zuvor

in Israel Zwischenzeilen

Im vergangenen Jahr sind in Israel so viele Einwanderer aus westlichen Ländern angekommen, wie nie zuvor: 9.880 Juden haben die so genannte Alija gemacht, ganze 8.000 von ihnen kamen aus Frankreich in den Jüdischen Staat.

Frankreichs jüdische Gemeinde, die drittgrösste der Welt, ist in den letzten Jahren immer wieder antisemitischen Angriffen ausgesetzt, deren Intensität ansteigt. Daher fühlen sich viele französische Juden in Israel sicherer. Sie lassen sich vor allem in Städten am Meer nieder, z.B. Netanya, Ashdod, Ashkelon und Tel Aviv, und prägen dort mit ihren Geschäften, Patisserien etc. das Stadtbild. Doch nicht allen fällt die Integration einfach. Das liegt vor allem auch daran, dass viele französische Diplome, vor allem von Ärzten, Krankenpflegern und Rechtsanwälten nicht in Israel anerkannt werden.

Bereits im Dezember hatte Knessetmitglied Meyer Habib, verantwortlich für die Belange französischer Juden in Israel, an die Regierung appelliert, die Anerkennung von Abschlüssen zu vereinfachen: „Ich sage allen französischen Juden: Entweder Israel erkennt eure Abschlüsse vollständig an und lässt euch nach einem zwei- bis dreimonatigen Praktikum und dem Erlernen der Sprache hier arbeiten, oder ihr solltet nicht kommen. Denn ansonsten wird das eine Katastrophe.“ Die bisherigen Prüfungen, die in solchen Fällen erneut in Israel durchlaufen werden müssen, bezeichnete Habib als „unfair“ – in manchen Fällen seien selbst Universitätsdozenten nicht in der Lage die Tests zu bestehen.

Französische Juden bei ihrer Ankunft in Israel (Bild: David Salem, Jewish Agency)
Französische Juden bei ihrer Ankunft in Israel (Bild: David Salem, Jewish Agency)

Weitere Informationen:

Mehr Einwanderer aus Westeuropa (englisch), Haaretz, 14.01.16

Anerkennung franz. Abschlüsse gefordert (englisch), Times of Israel, 21.12.15

Redakteurin Katharina Höftmann arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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