Er war erst 29 Jahre alt, als er in dem Film „Sallah Shabati“ einen älteren, kinderreichen jemenitischen Einwanderer in Israel spielte. Sallah, der Einwanderer und Namensgeber des Filmes (das Drehbuch stammte übrigens von Ephraim Kishon) wurde mit seiner Orientierungslosigkeit und gleichzeitigen Gewitztheit in einer neuen Heimat Sinnbild für die Einwanderer aus den orientalischen Ländern. Und Chaim Topol wurde ein Star. Nun wird der Darsteller, der schliesslich mit der Rolle des Milchmann Tevje im Musical Anatevka auch in Hollywood erfolgreich war, für sein Lebenswerk mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.
„Topol ist seit vielen Jahren einer der wichtigsten Pfeiler der israelischen Kultur. Seine vielfältigen Rollen haben ihm und dem Land viel Respekt eingebracht. Sein Einfluss ist bis heute in Gesang, Schauspiel und der Unterhaltungsbranche in Israel spürbar.“, begründete das Preiskomitee seine Entscheidung. Neben seiner künstlerischen Karriere setzt sich Topol seit vielen Jahren für verschiedene Kinderhilfsvereine ein.

Den Preis teilt sich Topol mit der Politikerin Esther Herlitz. Die heute 93-Jährige war eine der ersten weiblichen Botschafterinnen, die Israel in die Welt entsandte. Zuvor war sie erst als Offizierin für die britischen und später für die israelischen Streitkräfte tätig. Seit dem Gründungsjahr Israels befand sich die in Berlin geborene Esther Herlitz im Auswärtigen Dienst. Daneben nahm sie an zahlreichen Missionen der UN teil. 1973 wurde sie Mitglied der Knesset. Bis heute setzt sie sich für Frauenrechte ein. Ausserdem hat sie eine Dachorganisation für Freiwilligendienste in Israel gegründet.

Weitere Informationen:
Chaim Topol erhält Israel-Preis (englisch), Ynet, 31.03.15
Diplomatin Esther Herzlitz erhält Israel-Preis (englisch), JPost, 01.04.15
Informationen über Esther Herlitz bei Wikipedia