MAGAZIN – LEBEN IN ISRAEL

Finanzminister Yair Lapid verspricht preiswerteren Wohnraum

in Israel Zwischenzeilen

Politik-Wunderkind Yair Lapid, der in den letzten israelischen Wahlen einen geradezu erdrutschartigen Erfolg einfuhr, stand in den letzten Monaten immer wieder heftig unter Beschuss seiner Kritiker. So sehr man ihm anerkennt, dass nun endlich ein Gesetz zur Militärpflicht für orthodoxe Juden erlassen wurde, so sehr warf man ihm vor, dass er das Leben der Mittelschicht nicht annähernd verbessert habe. Dabei waren Senkungen der Lebenserhaltungskosten doch eines der Hauptversprechen gewesen, die Lapid unter dem Motto „Wo ist das Geld“ im Wahlkampf gegeben hatte.

„Die Kosten für Wohnraum sind nicht weniger als ein Skandal.“, kam Lapid nun im Gespräch mit dem Fernsehsender Channel 10 auf sein ursprüngliches Wahlversprechen zurück, „Wir werden den Anstieg der Preise bis Ende 2014 stoppen. 2015 werden die Preise für Wohnraum sinken.“ Dafür soll vor allem Land, was dem Staat gehört, ohne Profit für neue Bauprojekte verkauft werden. 40.000 solcher neuen Bauprojekte konnten, laut Chefin der israelischen Zentralbank Karnit Flug, im letzten Jahr bereits angeschoben werden.

Flug betonte ausserdem, das die von der Zentralbank durchgesetzten niedrigeren Zinssätze für Darlehen Wirkung zeigten. Es gäbe aber weitere Ideen, wie man die Situation noch mehr entspannen könnte: Beispielsweise könnten laut Flug die Steuer für den Kauf von Immobilienprojekten als reine Investition angehoben werden.

Mehr bezahlbaren Wohnraum braucht das Land – ob in diesem Sanierungsprojekt in Tel Aviv bezahlbare Wohnungen entstehen, bleibt abzuwarten. (Bild: http://agingmodernism.wordpress.com)
Mehr bezahlbaren Wohnraum braucht das Land – ob in diesem Sanierungsprojekt in Tel Aviv bezahlbare Wohnungen entstehen, bleibt abzuwarten. (Bild: http://agingmodernism.wordpress.com)

Weitere Informationen:

Lapid verspricht preiswerteren Wohnraum (englisch), Haaretz, 16.03.14

 

 

Redakteurin Katharina Höftmann Ciobotaru arbeitete im Auslandsbüro der dpa in Tel Aviv und für die WELT ONLINE. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in Tel Aviv («Guten Morgen Tel Aviv», «Die letzte Sünde»).

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